Kunst und Kulturgeschichte: Stadt Roth

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Kunst und Kulturgeschichte

Der "NSU"- Komplex

14. Juli bis 2. August 2020

Ab dem 14. Juli zeigt das Museum Schloss Ratibor als Teil der Inititative „Roth ist bunt“ in den Ratsstuben eine Ausstellung zu den Verbrechen des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU).

180 Todesopfer rechtsextremistischer und -terroristischer Täter hat die Amadeu-Stiftung zwischen 1990 und  2015 in der Bundesrepublik Deutschland gezählt. Nicht enthalten sind in dieser Aufzählung der am 2. Juni 2019 ermordete hessische Regierungspräsident und CDU-Politikers Walter Lübcke (sowie die beiden, beim Anschlag in Halle getöteten BürgerInnen).

Auch wenn die dem „NSU“ zugeschriebenen zehn Morde „nur“ ein kleiner – wenn auch erschreckender und brutaler – Teil rechtsterroristischer Taten sind, stehen sie beispielhaft für das Wirken nationalsozialistischer und rechtsterroristischer Täter in der Bundesrepublik seit 1945. Die Ausstellung »der „NSU“-Komplex« der Diskurswerkstatt e. V. analysiert deshalb nicht nur den Werdegang und die Taten der Aktivisten um den so genannten NSU, sondern versucht zu zeigen, dass die Hauptakteure Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe Teil eines großen, über Jahrzehnte existierenden, rechtsextremistischen Netzwerks waren. Eines Netzwerks, das eingebettet in die politischen und sozialen Strukturen der Bundesrepublik (und der DDR) versucht, mit Morden ihre politische „Botschaft“ zu demonstrieren: „Sie bestimmen damit, wer hier leben darf und wer nicht“, wie es Barbara John, die Ombudsfrau für die Opfer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“, ausdrückte. In den Blick der Ausstellung rücken auch die politischen und gesellschaftlichen Strukturen (Mangelnde Integration der 2. und 3. Generation der Arbeitsmigranten aus der Türkei und Europa sowie die sozialen und politischen Verwerfungen der Vereinigung Deutschlands). Die Ausstellung widmet sich darüber hinaus der Polizeiarbeit und dem (skandalösen) Umgang mit den Opfern des „NSU“ durch die Behörden. Zur Sprache kommt auch die Rolle der Verfassungsschutzämter im „NSU“-Komplexes, deren Versagen sich gerade im Fall des ermordeten CDU-Politikers Walter Lübcke erst vor kurzem zeigte.

Ausstellung in den Ratsstuben. 14. Juli bis 2. August, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr, Freitag 17.7. ab 13 Uhr

  

SchlossRaumKörper – acht Reaktionen im Schloss

15. September bis 30. November 2019

Sechs Künstlerinnen und zwei Künstler spürten der Atmosphäre der Schlossräume nach, ließen sich von den erzählten Geschichten inspirieren und haben mit ihren Werken auf die historische Umgebung reagiert. Sei es, dass sie die Aura der Räume aufnahmen und empathisch oder auch widerborstig reagierten, sei es, dass sie ganz neue Geschichten entdeckten und zum Vorschein brachten. Dabei verstehen sie das Schloss nicht nur als Raumkörper oder körperliche Hülle für ihre Arbeiten, sondern nehmen auch Bezug auf die körperlich spürbare Anmutung, die von den Räumen ausgeht. In jedem Fall ermöglichen die Arbeiten einen neuen Blick auf ihre Umgebung und erzählen neue Geschichten.

Die beteiligten Künstlerinnen du Künstler sind: Sascha Banck, Carlos Cortizio, Henrike Franz, Gabriele Horndasch, Anneliese Kraft, Young-Hun Lee, Wicky Reindl und Helge Wütscher. 

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

Bild: Installation von Wicky Reindl in der Galerie

 

 

 

Amplitude der Differenz

Zweiter fränkisch-chinesischer Kulturaustausch

31. Mai bis 30. Juni 2019

Unter der Schirmherrschaft des bayerischen Ministerpräsidenten zeigen 26 fränkische und 56 chinesische Künstler ihre Arbeiten in drei Doppelausstellungen in sechs Museen und Galerien in Franken. Es beginnt in Roth und Erlangen, dann folgen Schweinfurt und Bamberg sowie Bayreuth und Ansbach. Bis Februar 2019 ist die Ausstellung in verschiedenen Städten in China zu sehen.

    

prunkvoll abgespeckt – Die 7 im Schloss

12. Oktober bis 30. November 2018

Unter dem Titel „prunkvoll abgespeckt“ beschäftigen sich die Mitglieder der Künstlergruppe Die 7 mit den prunkvollen Repräsentationsräumen im Schloss, die sie mit ihrer Kunst konfrontieren, umschmeicheln, angreifen, loben oder stören.

Die prunkvollen Schauräume des Schlosses Ratibor zählen zu den herausragenden Zeugnissen des großbürgerlichen Historismus in Bayern. Führende Ausstattungskünstler des fin de siècle haben hier gewirkt und ein Gesamtkunstwerk geschaffen. Diese Räume mit zeitgenössischer Kunst zu konfrontieren und hat in den letzten Jahren immer wieder zu herausragenden Ausstellungen im Museum Schloss Ratibor geführt. Dieses Mal ist die Künstlergruppe „Die 7“ eingeladen, das Schloss zu bespielen. Die 7 sind Kai Bader, Klaus-Leo Drechsel, Gottfried Faass, Karl Schnell, Erwin Weidmann, Csilla Wenczel und Thomas Willi. Sie haben sich für das Motto „prunkvoll abgespeckt“ entschieden und wollen dem historistischen Pomp mit klaren Linien, kreativen Verweisen auf die Kunst- und Schlossgeschichte und bewusster Störung des Ambientes begegnen. Allerdings bedeutet abgespeckt keineswegs künstlerische Schonkost, sondern eine durchaus delikates, feines aber auch kräftig gewürztes Kunstmenu.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

 

 

art heals!

Ein Kunstprojekt von Michaela Biet im Rahmen des bayernweiten Kunstfestivals "kunst & gesund" des Städtenetzwerkes StadtKultur

15. April bis 1. Juli 2018

art heals! ... - Kunst heilt- nennt die Bildhauerin Michaela Biet ihre Werkgruppe, die aus Wachsobjekten, Körper- und Organabformungen, Fotographien und Installationen besteht. Durch Erfahrung von Krankheit und Heilung durch schöpferische Tätigkeit, entstanden Werke, die sich auf vielfältige Weise mit dem Thema Kunst und Gesundheit auseinandersetzen.  Michaela Biet arbeitet seit vielen Jahren als Epithetikerin. Diese Tätigkeit beschäftigt sich mit der naturgetreuen Herstellung von Gesichtsteilen, für Patienten mit Gesichtsdefekten.

ln der Ausstellung art heals! werden diese beiden Aspekte von Kunst und Heilung- der medizinisch- gestalterische Bereich und die schöpferisch- künstlerische Arbeit als Weg der Auseinandersetzung mit der Fragilität menschlicher Existenz und die Umwandlung schöpferischer Energie in neue Kunstformen thematisiert.

  

passend gemacht - Künstler im Schloss

23. Juni bis 27. August 2017

Selcuk Dizlek, Erika Goldbrich, Frank Gerald Hegewald, Manfred Hürlimann, Anna-Luise Oechsler, Verena Reimann, TEVAUHA und Franz Weidinger

Die historischen Räume im Schloss Ratibor bilden den Rahmen für eine besondere Ausstellung. Acht Künstler beschäftigen sich mit acht verschiedenen Raumschöpfungen im Schloss. Die teilweise überbordend ausgestatteten Räume verlangen gelegentlich nach einer künstlerischen Intervention, um ihre Patina zu verlieren und wieder neu erfahrbar zu werden. Passend gemachte Kunst macht Kunst wieder passend.

  

Venezia la Serenissima e Biennale Arte

11. Mai bis 18. Juni 2017

Venedig, die Schöne, führt diese Bezeichnung seit der Zeit, als Venedig eine gewaltige Seemacht war. Von dieser Epoche rührt ein sagenhafter Reichtum und von diesem wiederum eine Kultur, die Venedig zu einem einzigartigen Juwel macht.

"Venedig ist ein Wunderland im Wasser, so unglaublich schön. Ich erlebe es seit 1988 immer wieder aufs Neue.  Das Wasser, das Licht, die Farben und die Spiegelungen verwandeln die Stadt unentwegt – Venedig ist einzigartig."

Dieses einzigartige Venedig fotografiert Horst Kamionka seit Jahrzehnten. In seiner Rother Ausstellung zeigt er Bilder, die die Stimmung in der Stadt und den Flair der Biennale, der alle zwei Jahre stattfindenden großen Kunstausstellung, eingefangen haben.