Archiv: Stadt Roth

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Mai

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Der Bismarckbleistift

Ein patriotisches Schreibgerät

Dieser sogenannte „Bismarckbleistift“ befand sich vermutlich schon vor dem 1. Weltkrieg im Museum. Wahrscheinlich jedoch als profanes Schreibgerät, welches nie in Funktion genommen wurde und irgendwann in den Museumsbestand überging.

1928 veröffentlichte ein Kurator des Museums einen Aufsatz mit dem Titel „Das werktätige Roth in alter und neuer Zeit“, in dem dieser Bleistift als Beispiel für den erfindungsreichen Gewerbefleiß der Stadt Roth, die sich gerade mit dem Titel „industriereichste Kleinstadt Bayerns“ schmückte (eine frei erfundenen Behauptung). 

Die ungewöhnliche Länge von fast einem halben Meter, des angeblich um 1876 in Roth produzierten Bleistifts, wird als Referenz an die Größe des „eisernen Kanzlers“ Otto von Bismarck gedeutet. Bis heute ließ sich für diese Behauptung kein Nachweis erbringen. Jedoch ist der Stift ein Beleg zum einen, für den Versuch die Stadt Roth als Innovationsstandort zu positionieren und zum anderen, für einen Zeitgeist, der selbst einen Bleistift für seine patriotische Haltung in Dienst nimmt.

 

 

April

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Anton Seitz, Portrait einer Gärtnerin

Spuren eines langen Arbeitslebens

Das kleinformatige Portrait (Öl/Leinwand, 22cm x34cm) stammt von dem Rother Maler Anton Seitz (1829-1900). Aus einer Rother Industriellenfamilie stammend, zog er es vor Malerei zu studieren und avancierte in München zu einem wichtigen Vertreter der sog. Münchner Schule. Für seine Sommeraufenthalte in Roth errichtete er sich am Rand der Stadt am Weinberg eine kleine Sommervilla mit Ateliergebäude.

Das Gärtnerehepaar Stengel kümmerte sich um dieses Anwesen mit seinem großen Garten, der von dem bekannten Münchner Gartenarchitekten Max Kolb stammte. Die großen Gartenfeste, zu denen jeden August Seitz‘ Künstlerkollegen und Freunde aus München anreisten, waren legendär.

Ebenso legendär war die äußere Erscheinung des Malers. Er trug seine Garderobe gerne gründlich auf und wurde so auf dem Weg vom Bahnhof zu seinem Haus öfter mit einem Bettler verwechselt.

Anton Seitz portraitierte „seine“ Gärtner (es existiert ein Pendant mit dem Ehemann) sehr einfühlsam und inszeniert in den Gesichtern  die Spuren einen langen Arbeitslebens. Zuerst  meint man die Gärtnerin weicht dem Blick des Betrachters aus, doch eigentlich blickt sie selbstbewusst in die Ferne und vermittelt eine zupackende Resolutheit, welche im Umgang mit dem künstlerischen Freigeist Anton Seitz wahrscheinlich von Nöten war.

1884 wurde der Künstler Anton Seitz der erste Ehrenbürger Roths, in einer Stadt, in der es an erfolgreichen Industriellen nicht mangelte, eine durchaus bemerkenswerte Entscheidung.

Jahrzehntelang blieben die Bilder im Besitz der Gärtnerfamilie und seit 1982 sind sie im Museum Schloss Ratibor als herausragende Zeugnisse der Portraitkunst zu sehen.

März

Tafelaufsatz Kogge
Tafelaufsatz Kogge

Tafelaufsatz in Form einer Kogge

Die Zähmung widerspenstiger Winde ist die schwierige Grundlage der Kunst des Segelns. Tafelaufsätze in Form von Schiffen kennen wir seit dem 13. Jahrhundert, sie gehörten vor allem in höheren Kreisen zum reich gedeckten Tisch.

Meist handelte es sich um aufwendige Goldschmiedearbeiten, die als Behälter für Tischgerät oder Gewürze dienten. Manche waren auch als Trinkgefäße gearbeitet. An vielen Höfen markierte ein solches Schiff den Platz des Fürsten an der Tafel. Es symbolisiert seine Funktion als „Kapitän“ seines Herrschaftsbereiches.

Bei dem Schiff aus dem Museum Schloss Ratibor handelt es sich um ein reines Zierstück aus Zinn und mit Glassteinen.. Die  Inschrift: „Schütz Dich Gott in Sturmesnoth“, lässt darauf schließen, dass es sich um ein Geschenk, vielleicht zur Taufe oder Konfirmation, handelte.

Obwohl die Jahreszahl 1757 auf dem Tafelaufsatz eingraviert ist, dürfte die Kogge eine Arbeit aus der Mitte des 19. Jahrhunderts sein.